Archiv für April 2008

Feiertags-Blues

April 30, 2008

Gerade eben habe ich festgestellt, dass viele meiner Zwerge nicht mit der Tatsache umgehen können, an einem Donnerstag offiziell frei zu haben (bin gespannt, wieviele am Freitag auftauchen werden, ich sicher nicht). Dabei ist “Auffahrt” hochoffiziell und gilt als Feiertag. Keiner ist in Festtagslaune - denn obwohl um 13.30 Uhr offiziell Arbeitsschluss war - hockt die Hälfte der Belegschaft (zum Teil ohne Mittagspause wegen der Hektik) noch im Office. Zugegeben, ich gehöre auch dazu (aber ich hatte Mittagspause) und wenn alle so “effizient” an ”wichtigen” Projekten “arbeiten” wie ich gerade, dann muss man sich um die Zukunft des Zwergenlandes keine Sorgen machen… oder?!?!  Um 17 Uhr werde ich dem Chef ein belangloses Mail cc: schicken, damit halte ich fest, wer zu den Arbeitstieren (-zwergen) gehört. 

Outfit-Desaster

April 29, 2008

Für einmal hatte ich heute beinahe eine Panikattacke! Frisch geduscht und mit hellblauer Bluse (die betont meine Augen so toll), den Armani Wollhosen in Anthrazit und flachen Schuhen stand ich da - hinter dem riesen Bildschirm meines Chefs (habe ich schon erwähnt, dass der Typ mit zwei Bildschirmen arbeitet, hinter sich den Laptop auch noch offen hat und Blackberry an prominenter Lage auf seinem Pult platziert hat!?!?) und mir blieb fast die Luft weg. Der Typ hatte doch das selbe an wie ich. Hellblaues Ralph Lauren Hemd (meins war ich gebe es zu no name) und dunkelgraue Hose! Wie ätzend find’ich denn dass?!?!? Der einzige Unterschied - also gut der Fairness halber, es waren zwei: 1. Seine Sonnenbrille im Ausschnitt wie immer und 2. Meine Gürtelschnalle von Max & Co. die glänzte nämlich in den Trendfarben des letzten Herbstes. Zur Erinnerung: orange und violett. Morgen ist zum Glück ein neuer Tag und ein neues Outfit ist dran. Bei mir eher Bluse und Rock, da kann er definitiv nicht mithalten und mir fehlt immer noch eine Sonnenbrille. Auf in den Kampf…

Stellvertretung hoch2

April 28, 2008

Meine Kollegin (bin mir noch nicht sicher, ob sie auch in die Kategorie Zwerg gehört) ist im Urlaub und ich darf sie stellvertreten. Musste ihre Termine übernehmen und nahm in ihren Namen (klingt als wäre ich in einem B-Mafia-Streifen) an zwei Meetings teil. Dort durfte ich 1 x Protokoll schreiben (sowas ätzendes habe ich in meinem Leben noch nie gemacht, ich habe mich auch nie als Sekretärin qualifiziert) ohne Idee wie und 1 x durfte ich zuhören und zustimmend nicken und nett lächeln. Letzteres weil mir sonst das Gesicht eingeschlafen wäre… Cool. Natürlich hatte ich dabei immer meinen Strawberry auf dem Tisch, weil keiner in der Runde einen hatte - dieser konnte aber nicht läuten, weil der Akku schon den ganzen Tag leer ist. Habs ehrlich gesagt gar nicht gemerkt vor lauter Langeweile. Dafür hat heute das Presse-Telefon 2 x geläutet - beides Mal war der Teilnehmer falsch verbunden. Gähn.

Bilderbuchstimmung

April 27, 2008

Der Strawberry schläft schon das ganze Wochenende - was auch gut ist so. Damit ich trotzdem nicht auf meine Zwergen-Abenteuer verzichten muss, habe ich mich den “echten” Zwergen gewidmet und mit ihnen viel Zeit verbracht. Überall duftet es nach Frühling und die Vögel zwitschern und ich bemühe mich diese herrliche Bildberbuchstimmung fest einzuprägen, für schwierige (oder miefige) Zeiten im Office bei den Business-Zwergen. Die Lebensgeister wurden von den Sonnenstrahlen geweckt und ich bin sehr glücklich. Einfach so.

Zwerge

Unverhofft kommt oft

April 24, 2008

Heute hat mich der Direktor-Zwerg aus meiner Lehrzeit vor ca. 16 Jahren (ich will mich nicht noch älter machen) wieder erkannt! Dass glaub ich einfach nicht. Dabei trage ich heute eine Trendfrisur und meine Haare sind gaaaanz anders als damals. Meine Klamotten ein bisschen extravaganter (auch hier will ich bescheiden bleiben) und meine Absätze ein paar Zentimeter höher. Trotzdem hat er mir in die Augen geschaut und sich an meinen Namen, an mich erinnert. Wow.

Wiedersehensfreude wie wunderbar… bla bla bla… ja klar bin ich zurück im Zwergenland, ebenfalls in der Teppichetage was ihn sicher erstaunt hat, weil wenn er sich an mich erinnert, dann sicher auch an meine Abschlussnote in Buchhaltung…. Dann erinnerte ich ihn daran, dass ich mit seiner komplett bescheuerten Tochter (die hat nie verstanden, wieso ich ein K im Namen führe und sie keins) die selbe Schulbank drückte. Sybille oder Sibylle ?!?! Wie auch immer das Mädel sei jetzt Mutter von 1 1/2 Kindern (dass gibts wohl nur in der Familie was mich auch nicht weiter erstaunt) und hat ein Häuschen mit Zäunchen gebaut. Glückwunsch Herr Ex-Direktor - wir wussten schon in der Schule, dass es Ihre Tochter weit bringen wird! Alles halb so lustig bis - ja bis ich meine Zwerge im Office angeschaut habe. Die trauten ihren Augen nicht, dass ich NEULING mit einem echten Ex-Direktor private Stories austausche. Morgen wird mir jemand bestimmt den Coffee ans Pult bringen im Minimum oder?

Paparazzi Alarm

April 23, 2008

Ja wo gibts denn sowas? Strömender Regentag Teil 2 (heute jedoch ohne D&G Jeans) und überall Regentropfen und selbst mein Coffe “to go” wäre davongerannt, wenn ich ihn nicht festgehalten hätte. Jedenfalls hocken wir alle wieder im Office und vermeiden Blickkontakte. Bis Chef-Zwerg aufgetaucht ist! Du liebe Güte, im rosa Ralph Lauren button down Hemd und einer Ray Ban Sonnenbrille im Ausschnitt hängend?!?!? Ehrlich jetzt, ich wäre beinahe tot umgefallen vor Lachen - aber gleich danach sah ich mich um, ob Paparazzis in der Nähe sind, damit ich auch in der nächsten Promi-Postille auftauche…. Schliesslich ist meine Sonnenbrille auch immer dabei, allerdings neben Strawberry und Lipgloss in der Handtasche (weil das macht sie dann gleich wichtiger). Unfassbar seine Sonnenbrille blieb bis 18.20 Uhr im Hemdausschnitt, ich vermute aus zwei Gründen: 1. weil die polierten grün-braunen Gläser keine Fingerabdrücke haben dürfen und 2. weil es nur eine Atrappe ist und gar keine richtige Sonnenbrille mit Bügeln! Andere Vorschläge? Weil es immer noch regnet…

Regenschirme für alle, Feldstecher für mich

April 22, 2008

Weil sich die D&G Jeans einfach zu Hause pflegen lassen, (im Gegensatz zu den verwöhnten Armani-Hosen die in die Reinigung wollen) wurden sie zum Bestandteil meiner heutigen Regengarderobe. Ja klar war die Jeans triefend nass (es dauert ja ewig bis Jeans trocknen) als ich gereizt von der Morgen-Rush-Hour, mit nasser Zeitung und verklebten Fransen im Office auftauchte. Ich traute meinen Augen nicht, in der Office-Garderobe reihten sich ca. 10 identische Schirme mit Firmenlogo aneinander. Ich nehme an, meine Kollegen haben alle den selben Management-Summit besucht - den letztes Jahr nämlich, weil alle 10 Schirme im selben Grauton ausgebleicht waren… Mit Ausnahme eines blauen (!) Exemplars wohl Mitläufer eines Hotelbesuchs (wahrscheinlich übernachteten die Manger dort, der eine kam zu spät für die Give-away Verteilung, weil ihn sein Blackberry nicht rechtzeitig geweckt hat). Ist dass nicht typisch? Am Management Summit wo ich teilnahm wurden sinnvollerweise Feldstecher, PVC Taschen (die kann man sich notfalls auch über den Kopf stülpen) und orange Foulards verteilt. Naja, wenigstens habe ich das neueste Blackberry Modell in grau, es schützt mich nicht vor Regen, aber wenn ich es in der Hand halte lenkt es die Blicke von meiner verklebten Frisur hin zum Objekt der Manager-Begierde. (Hoffentlich scheint morgen die Sonne, wird Zeit für Armani Hosen)

Popcorn-DVD-Regenwetter

April 22, 2008

Eigenartig. Ich kann es gar nicht fassen. Es gibt fast gar nichts zu berichten! Ja tatsächlich hat sich Strawberry nicht gemeldet, schläft tief und fest und im Office ist auch alles ruhig (wahrscheinlich wegen dem DVD-Popcorn-Regenwetter). Letztes Lebenszeichen meines Chefs an mich war Montag um 4.47 Uhr morgens! Seither ist es um ihn still (pssst, schlafende Hunde soll man nicht wecken). Und weil auch keine Shopping-Touren geplant sind, kein Week-end Trip nix muss ich diesen Eintrag kurz und witzlos halten. Das kann sich jedoch schon in den nächsten paar Stunden ändern, in der Zwischenzeit gehe ich mal auf die VIP- und Shoppingseiten surfen… What else?

Drei Monate

April 17, 2008

Diese drei Monate stehen in meinem Vertrag unter dem Titel “Probezeit”. Die letzte war ein Fiasko dass heisst, eigentlich war die letzte Probezeit ein Segen, denn am letzten Tag konnte ich mich vor dem Abgrund retten, in den mich die Agenturzwerge stürzen wollten. Erst heute merke ich, dass es gar nicht so lustig war, wie es in den Erzählungen klingt. Heute habe ich den ersten von insgesamt drei Probezeitmonaten im neuen Zwergenland gefeiert und über die verbleibenden zwei Monate nachgedacht. Aber mehr im Sinn von was für ein Glückspilz ich doch bin. Ich glaube nicht mal Alice hätte so viel Freude im Wunderland gehabt, wie ich es im neuen Job habe. Naja, wollen mal nicht übertreiben, der Hammer wird bestimmt noch kommen und die rosarote Bubble zum Platzen bringen (an welcher Stelle wird dieser Eintrag unrealistisch?!?!). Bis dahin bleibe ich ruhig und gelassen und bin um jeden Tag dankbar, an dem ich nicht französisch sprechen muss. Cheers.

TRIPLE ABC

April 16, 2008

Business da, Arbeit dort, Meeting, Akku-Auflagen um Erreichbar zu sein, Blackberry mit sich tragen, Lächeln und Zuhören, Lösungsvorschläge bringen, proaktiv sein, zum Bahnhof rennen, Sandwiches und Coffe to go… und und und. Aber dann passiert etwas Wunderbares: Man sitzt mit Freundinnen am Tisch, Ehefrauen, Frauen die Mütter sind, Business-Frauen, Single Frauen, Frauen die Schicksale meistern, Frauen die über sich selbst lachen können und stark, liebenswert und mitfühlend sind, die es auch schaffen Berge zu versetzen um Gutes zu tun und über ihre Kräfte hinauswachsen. Vor allem aber gute Freundinnen, auf die sich jede von uns jederzeit verlassen kann, weil der Zeitfaktor während den Begegnungen, in den Erzählungen und im Zusammensein einfach nicht mehr zählt. Merci Mädels.